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Rehkitze am Herzen.

Sind 6 Stunden zu lang für junge Kitze?
Erneut erwartete uns heute ein Tag voller Kooperation. Start, “wie immer” um 4.30 Uhr. Da es aufgrund einer verregneten Nacht noch bewölkt war, war es doch recht duster auf der Wiese. Auf dem zweiten Stücke erhellte sich nicht nur der Tag: Fast direkt vor unseren Piloten saß das erste Kitz des Tages, auf Fläche No. 2 das zweite, auf der dritten Wiese noch sehr kleine beziehungsweise junge Zwillinge. Zwei Wiesen weiter waren es Kitze der gleichen Größe, jedoch in unterschiedlicher Farbe (schwarz und dunkelrot) und saßen in räumlicher Nähe, so dass auch hier von Zwillingen ausgegangen werden kann. Der Landwirt, überglücklich, begann um 7 Uhr zu mähen und richtete sich dabei vorrangig nach den Wiesen, wo Kitze saßen, damit sie nicht lange unter den Körben sitzen müssen. Und: Auf den Wiesen, wo Kitze saßen, sollte am Tag der Mahd nicht mehr gewendet werden; wegen des Nachwuchses.
Wir bedanken uns recht herzlich, für so viel Kooperationsbereitschaft und Mitgefühl für die Rehkitze.
Bei den jungen Zwillingen wartete schon die Ricke und zeigte sich überaus hektisch, als wir nach etwa sechs Stunden die Kitze freilassen konnten. Eins davon war “durch”. Niemand kann mir erzähen, dass das Zittern Aufregung war. Nein, hungrig, gar dehydriert. Das ist nicht der erste Fall. Für die ganz jungen Kitze ist der Zeitraum einfach zu lang.
Eins der anderen Kitze, eh schon ein kleiner Wildfang, dabei auch noch ziemlich jung, wurde unter dem Korb hoch (stand auf). Daher half dort nur: Noch unter dem Korb greifen, niederdrücken, schnell Gras drauf und sich schnellstens verdrücken. Das Kitz klagte empört! Angstfiep! Sehr gut! Sofort kam die Ricke angesprungen. Wir gehen davon aus, dass sie zeitnah ihren Nachwuchs aufgelesen hat.
Aus 52 Hektar auf elf Flächen wurden am nächsten Einsatzort dann spontan mal eben locker mindestens 20 Hektar mehr. Dafür hatten wir dort einen Fahrservice, der uns und unserer Material komfortabel zu den Einsatzstellen chauffierte. Gefunden haben wir außer Hasen und einer Katze nichts. Auch gut! So lange alles gut geht.