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Das erste Kitz. 

Nein, nicht für uns, aber für eine junge Landwirtin, die uns heute tatkräftig unterstützt hat. Wir waren für den Betrieb ihres Vaters unterwegs. Morgens mussten wir erst noch unseren Einsatz abbrechen, da ein Gewitter über uns stand. Etwa anderthalb Stunden später rauschten wir noch einmal los, dieses mal in kleinerer Besetzung, um in dem Rehwildrevier nach Kitzen zu suchen.
Und, wie das Glück so will, war die junge Frau live und in Farbe beim “Fangen” des einzigen Kitzes des Tages dabei, war begeistert und glücklich: “Mein erstes Kitz!”
Na, da hat sich doch alles gelohnt. Für alle!
Die junge Landwirtin hatte unsere Arbeit übrigens auf einem ihrer Lehrbetriebe kennen und schätzen gelernt.
Obwohl noch recht jung, stellte sich das Rehkitz als kleiner Wildfang heraus. Vielleicht hatte es aber auch einfach nur Hunger nach dem Schrecken, gepackt worden zu sein. Die Landwirte hatten zeitnah nach dem Absuchen mit der Mahd begonnen (vielen Dank dafür!) und das Kitz konnte schnell wieder befreit werden. Von weitem schon konnte man das Fiepen hören, eine Ricke war nicht zu sehen. Das Jungtier stand unter dem Korb und wollte nur weg. Da es wegen des unmittelbar an das Bett grenzenden Graben nicht panisch davon stürzen sollte, musste es zur Sicherheit an seinen Platz gebunden werden: Das heißt, niederdrücken und fix mit ausreichend Gras bedecken, damit es noch einmal nachdenkt. Es klappte! Trotz Angstfiep kam keine Ricke herbei geeilt, sonst hätten wir das Kitz bei Anblick des Muttertieres einfach laufen lassen können.
Von den zwei mobilen Kitzen, die wir hoch machten, hatte eins schon komplett seine weißen Punkte verloren und dürfte damit – und von der Größe her – locker über 3 Wochen alt gewesen sein. Das die Punkte erst mit dem ersten Winterfell verschwinden, stimmt nicht.