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Langsam wird es sportlich.

Nach einer kurzen Verschnaufspause ging es für uns heute weiter mit Einsätzen. Die Landwirte wollen die “Gute-Wetter-Lücke” nutzen. Das merken wir sofort am Terminkalender.
Heute war allerdings ja noch schlechtes Wetter angesagt, dennoch hielt der Landwirt mit 12 Hektar auf 3 Flächen an seinem Plan fest. Schlau! Für das heutige Team hieß es: Ausschlafen! Denn Start war erst um 5.30 Uhr.

Was uns erwartete: Trüber Himmel wie selten während der Kitzrettungstage und ein paar Tropfen vom Himmel.

Der erste Fund, das erste Kitz, erwartete das Team stehend mit wachem Blick. Dennoch gelang mit Pirsch und beherztem Sprung es zu fangen. Das tut einem schon leid! Was für einen Schreck muss dieses arme, unerfahrene Jungtier bekommen?

 

Das zweite, Black Beauty, saß zwar in seinem Bett, mit erhobenem Haupt, doch es entkam. Ärgerlich, da es die typische Größe (das typische Alter) hatte, bei der niemand sicher sein kann, wie es sich bei der Mahd wirklich verhält.

Nur ein paar Meter entfernt wartete Kitz Nummer drei, erst mit erhobenem Haupt, dann mit lang ausgetrecktem Träger auf den Boden drückend. Hier half ebenfalls ein beherztes Zugreifen, es zu sichern. Da, noch ein Wärmepunkt. Und? Es war das schwarze Kitz. Trotz Hechtsprung entwischte es erneut den Fingern und glitt geradezu aus den Händen. Der Fänger hetzte noch hinterher, doch es entschwand Richtung Nachbarfläche.

Nachdem wir auf der nächsten Wiese noch ein entspanntes und ein junges Kitz, vielleicht eine Woche alt, fingen, suchten wir per Copter noch einmal nach dem schwarzen Ausreißer. Vergebens!

Auf der letzten Fläche in der Wümmenniederung hatten wir keinen Erfolg.

Bei der erneuten Anfahrt zu den Flächen, um die Kitze freizulassen, kam schon von weitem an einem der Körbe eine rote Ricke in Anblick, bei Fuß das schwarze Kitz. Tatsächlich also Zwillinge, einer rot einer schwarz. Eine Aufnahme gelang leider nicht. Die Ricke überfiel den Graben und drückte sich im hohen Gras. Das schwarze Kitz sprang ab und suchte im wahrste Sinne des Wortes das Weite. Zum zweiten Mal an diesem Tag. Dennoch beruhigend war zum einen, dass es überlebt hat und zum anderen, dass es zeitnah zur Ricke gefunden hat; oder umgekehrt.

Das Geschwisterchen polterte schon unter dem Korb und war auch nicht mit niederdrücken und einem großen Schwung Gras zu beruhigen. Es sprang mit weiten Sätze ab. Genau in die gegensätzliche Richtung.

Kitz kehr in seine Grasinsel zurück

Zwischenzeitlich traf der Landwirt ein, der “mal gucken wollte”. Er erlebte aus der Ferne das Freilassen des jüngsten Kitzes mit. Ein kleiner Wildfang, der sich ebenfalls kaum bändigen ließ, nur kurz unter dem Grashaufen ausharrte. In seiner etwas stacksigen, unbeholfenen und unsicheren Flucht hielt es genau auf den Graben zu und war futsch. Gemeinsam mit dem Landwirt ging es im und am Graben entlang. Das Kitz war wie vom Erdboden verschluckt. Auf einmal sahen wir es gemeinsam über die Wiese flüchten. Es hatte sich am Minirandstreifen des Grabens entlang gedrückt. Welch Glück! Es machte einen weiten Bogen, bevor es wieder in die Grasinsel wechselte, wo es zuvor gesessen hatte. Wie schön, dass der Landwirt Augenzeuge davon wurde, dass es genau so da draußen funktioniert, wie wir immer erzählen.

Für das großzügige Umzumähen der Litzenpfähle und die damit großen Grasinseln bedanken wir uns sehr!